1. Zirkuspädagogik: 

Gerade die Zirkuspädagogik bietet Kindern unheimlich viele Möglichkeiten: 
- Ästhetische Bildung: Es geht in erster Linie nicht um Wissensaneignung, sondern um viele sinnliche Erfahrungen. Durch diese Erfahrungen kommt es zur Erkenntnisfähigkeit. 

- Persönlichkeitsentwicklung: Zu der Entwicklung einer Persönlichkeit werden mehrere Kompetenzen benötigt, die gerade in der Zirkuspädagogik angesprochen werden= 

• soziale Kompetenz: Zirkus findet immer in Gemeinschaft statt. 
Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme sind wichtige Teile der zirkuspädagogischen Arbeit. Zirkuspädagogik bietet Kindern, somit die Möglichkeit einen wertschätzenden und sozialen Umgang miteinander zu erleben und zu üben. 

• Emotionale Kompetenz: Frustration, Stolz, Erfolg, Nervosität. 
Durch die enge Gemeinschaft in der Zirkuspädagogik, lernen vor allem die Kinder ihre Gefühle wahrzunehmen, zu akzeptieren und zu verstehen. 
Auch die Gefühle der anderen Kinder und Trainer lernen die Kinder wahrzunehmen und einzuschätzen, da alles in Gemeinschaft geschieht. 

• Motorische Kompetenz: vielfältige Bewegungs- und Körpererfahrungen. Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Koordination. Kinder entwickeln durch das Wahrnehmen des Körpers in unterschiedlichen Bewegungsformen, ein Körperbewusstsein und eine Körperkontrolle ihrer Bewegungen. Feinmotorik, Wahrnehmungsentwicklung. 

• Kognitive Kompetenz: Erarbeitung einer Trick-Reihenfolge. Kreativität und Aufmerksamkeit. 

- Integration: Im Zirkus wird jeder so angenommen, wie er ist. Jedes Kind kann dort abgeholt werden, wo es steht und individuell seine Interessen weiterentwickeln. Jeder findet seinen Platz in der Zirkuspädagogik, da sie einfach eine große Bandbreite an Möglichkeiten bietet. 
 Jedes Kind unabhängig von Herkunft, Behinderungen,…. findet seinen Platz. 

- Partizipation: Gestaltung eines Trainings, Aufwärmspiele, Gestaltung einer Vorführung,…

- Prozessorientiert statt Produktorientiert: Es geht mehr um die Entwicklung der Gruppe, also den Weg zur einer Aufführung, als um das fertige Endprodukt. 

- Zirkuspädagogik motiviert zur Aktivität

 




2. Christlicher Glaube


Wir sind davon überzeugt, dass jedes einzelne Kind ein von Gott wunderbar geschaffenes Wunder ist und einzigartig ist. Gott liebt jedes einzelne Kind. 
Hier ist vor allem ein Lieblingsleitsatz: Sei stark und mutig. Denn mit dir ist der Herr, dein Gott, Wo auch immer du gehst (Josua 1:9) 

  • Jedes einzelne Kind ist ein Geschenk Gottes und wir Trainer sind unheimlich dankbar miterleben zu dürfen, wie sich diese Wunder Gottes entwickeln. 
  • Die Leitung des Zirkus und ein großer Teil der Trainer sind selbst freikirchlich und evangelisch gläubig. Wir freuen uns wenn die Kinder Jesus kennenlernen und begegnen dürfen.  
  • Im Training werden oft christliche (Kinder-) Lieder genutzt und auch im Beginn oder Abschlusskreis des Trainings immer ein kleines Gebet gesprochen. Bei dem jüngeren Kindern nutzen wir dafür oft einen kleinen Gebetswürfel.
  • Wir lesen fast jede Stunde eine kleine  Geschichte aus der Kinderbibel oder bei den älteren Kindern auch aus einem kleinen Andachtsbuch/Rätselbibel und erleben bei den Kleinen Artisten diese Geschichte nochmal aktiv im Training.(Beispiel Stunde der 4-6 jährigen: „Arche Noah“. 


  • Mehrere Zirkusstationen an denen wir die verschiedenen Tiere für die Arche einsammeln. Am Trapez die Vögel und am Trampolin die Kängurus. Am Ende dann mithilfe der Zirkusdisziplin Seifenblasen den Regen dargestellt und den Regenbogen durch Zirkusspiele mit dem bunten Schwungtuch). (Zweite Beispiel Stunde der 4-6 jährigen: „das verlorene Schaf". An den verschiedenen Zirkusstationen helfen wir den Hirten das Schaf zu finden. Trampolin= der Teich, Drahtseil= auf der Brücke über den Bach. Hauptaussage: Du bist Wertvoll. Gott liebt dich genau so, wie der Hirte sein Schaf liebt. Er will für dich sorgen"). 
  • Aber auch neutrale Themen wie Dschungel und Flughafen werden in Stunden Themen sein.
  • Bei den größeren Artisten (Schulkindern ab 7 Jahren) sprechen wir viel über die kleinen Geschichten aus der Bibel und genießen eine Zeit mit Gott und spielen auch mal ein Bibelmemory oder Quiz mit Bewegung.
  • Auch die 4 Wahrheiten (1: Gott liebt mich/ 2. Die Sünde trennt uns von Gott/ 3. Jesus ist für uns am Kreuz gestorben/ 4. Ich kann mich heute entscheiden mit Gott zu leben) spielen eine wichtige Rolle im Training.
    Aber Alles immer angepasst an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen


Jedoch sind wir offen für alle Kinder und Jugendliche egal welchem Alters, welcher Nationalität, welcher Herkunft und auch egal welcher Religion.



3. Manche pädagogische Ansätze  Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner in Bezug auf die Umsetzung mancher Ansätze in den Zirkusstunden: (Hauptaugenmerk= Individualität, Rhythmus und kein Druck). 
Wir gehen nicht in die Anthroposophie hinein ! , sondern lieben einfach den naturnahen Bezug zu Menschen und manche Ansätze wie (Vorbild/Nachahmung/ individuelle Stärken = eigenes Tempo / sinnliche Erfahrungen vor Wissensaneignung, …).


• Zirkuspädagogik ist Stärken orientiert und nicht Defizit orientiert= Waldorfpädagogik geht genau so vor. 
In unseren Zirkusstunden geht es nicht darum, dass ein Kind eine bestimmte Übung zum bestimmten Zeitpunkt können muss, sondern wir schauen individuell auf die Stärken des Kindes und unterstützen es aufbauend auf seine Stärken. Deshalb sind wir auch keine Leistungsgruppe. 

• Die Waldorfpädagogik sagt „Zur gesunden Förderung der individuellen Kräfte eines Kindes, die es bereits mitbringt, gehört auch der Grundsatz nicht von außen ein festes Lerntempo vorzugeben. 
Jedes Kind bekommt die Zeit, die es für seine individuelle Entwicklung braucht" 
In der Zirkuspädagogik wird Jeder dort abgeholt, wo er steht und jeder findet mit seiner Individualität seinen Platz. Durch das breite Angebot, welches wir in unseren Zirkusstunden bieten (Akrobatik, Jonglage, Hula Hoop, Trampolin,..) ist für Jeden etwas dabei. 
Die Kunststücke werden selbstständig aus Freude an der Zirkuspädagogik geübt und nicht weil jemand ein Lerntempo vorgibt.  

• Unantastbare Individualität= Jedes Kind wird da abgeholt wo es ist und kann seine Fähigkeiten weiterentwickeln. 
Die Waldorfpädagogik hat einen ganzheitlichen Blick auf das Kind und genau das setzten wir auch in unseren Zirkusstunden um und schauen auf jedes Kind mit einem ganzheitlichen Blick, wo es steht und was es lernen möchte. 

• Ästhetische Bildung: Es geht in erster Linie, um viele sinnliche Erfahrungen und nicht um Wissensaneignung= vom Lernen mit der Hand zum Lernen mit dem Kopf. So wohl in der Zirkuspädagogik, als auch in der Waldorfpädagogik wird darauf Wert gelegt. Die Kinder machen in der Zirkuspädagogik durch das Ausprobieren der verschiedenen Zirkusdisziplinen viele sinnliche Erfahrungen mit ihrem Körper und erlangen durch das Ausprobieren, Wissen zu dieser Zirkusdisziplin (Bsp. Laufkugel). 

•Nachahmung und Vorbildfunktion der Erwachsenen= Kinder lernen in der Waldorfpädagogik viel von der Nachahmung einer sinnvollen Tätigkeit. Deswegen können wir zum Beispiel die Zirkuspädagogik gut mit der Waldorfpädagogik in unserer Arbeit verknüpfen, da wir als Zirkustrainer alle Zirkusdisziplinen und Übungen selbst mit den Kindern zusammen ausprobieren und die Kinder die Möglichkeit haben, sich unsere Bewegungen mit den jeweiligen Zirkusgeräten anzuschauen und in ihrem freien Ausprobieren dann nachahmen können. 

• Des weiteren funktioniert Zirkuspädagogik nur, wenn Freude bei den Kindern vorhanden ist. 
Zeigt der Trainer(Vorbild für die Kinder) somit deutlich Freude an der Zirkuspädagogik,  können die Kinder diese Freude deutlicher beobachten, nachempfinden und vor allem nachahmen. Das gleiche sieht auch die Waldorfpädagogik im Alltag. 

• Nachhaltigkeit statt Schnelligkeit= Zirkuspädagogik ist eher prozessorientiert als produktorientiert. 
Es geht somit in erster Linie um die Entwicklung der Gruppe und den Weg zur Aufführung. Um das fertige Endprodukt , also um einen perfekten Trick auf der Laufkugel geht es uns weniger. Dies ist auch in der Waldorfpädagogik zu beobachten. Es geht weniger um das perfekte Aquarell Bild eines Kindes am Ende, sondern um den Weg dahin und die Entwicklung dahin. Deswegen passt auch an dieser Stelle gut die Umsetzung dieses Ansatzes der Waldorfpädagogik in unseren Zirkusstunden. 

• Die Waldorfpädagogik sieht in jedem Kind eine unantastbare Individualität. Deswegen geben wir jedem Kind in den Zirkusstunden, die Zeit die es braucht.

• Rhythmus und Wiederholung spielen eine große Rolle in der Waldorfpädagogik, weswegen unsere Zirkusstunden sich vom groben Ablauf her eigentlich nicht ändern und somit ein Rhythmus einkehren kann (Begrüßungskreis,Aufwärmen, ZirkusDisziplinentraining, freies Training, Abbau, Abschlusskreis). 

• Auch im Begrüßungs- und Abschlusskreis, hat alles seine Reihenfolge und eine wöchentliche Wiederholung. Es wirkt auf die Kinder positiv, wenn der Ablauf rhythmisch gegliedert einer bestimmten Ordnung folgt.(Anwesenheit, Begrüßung, Gebet, Spruch, Bibelgeschichte, Planung, Besonderheiten) 


• Rituale spielen eine große Rolle. 
Der Spruch im Begrüßungskreis der Zirkusstunden bei den jüngeren (1 1/2 bis 6 Jahre) folgt auch einem bestimmten Rhythmus, denn dieser Spruch ist immer passend zur Monats- und Jahreszeit gestaltet. Ein Spruch wird jede Woche für mehrere Monate wiederholt. Vor allem Kinder im Vorschulalter finden es keineswegs langweilig, wenn sich bekannte Ereignisse wiederholen, sondern freuen sich im Gegenteil auf die Wiederkehr des Bekannten und leben darauf zu. 
Auch der Spruch der Kurse ab 7 Jahren, wiederholt sich jede Wochen beim Training.

• Nachhaltigkeit, nicht Schnelligkeit, so die Waldorfpädagogik. Vom Lernen mit der Hand zum lernen mit dem Kopf. 
Wurde dem Kind ausreichend Gelegenheit gegeben, sich durch unmittelbare körperliche Erfahrungen mit den Gegenständen, Vorgängen und Tatsachen seiner Lebensumwelt vertraut zu machen, bildet das die Basis für ein künftiges initiativfreudiges, kreatives Gestalten der Welt. 
Deswegen lassen wir den Kindern ausreichend die Möglichkeit alle Geräte selbst auszuprobieren, vor allem im freien Training und auch Konflikte lassen wir die Kinder erstmal unter sich klären und greifen im Notfall ein und bieten Klärungsbedarf/+ Hilfestellung an. 
Kinder lernen durch das freie Ausprobieren, dass sie auch Mal vom Trapez fallen können, denn sie machen so selbst die körperliche Erfahrung und probieren sich beim nächsten Mal anders festzuhalten.